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Geschichte und landschaftlich interessante Orte.
DIE BURG

Die Burg wurde auf römischem Fundament errichtet und erlebte die Langobarden und Franken, die Welfen und Ghibellinen, feudale Herrschaft und Gemeindefreiheit, Fürstbischöfe von Trient, Veneter und Visconti, Tage des Unglücks und des Siegs sowie den Untergang der Imperien. Am Anfang war die Burg Allgemeingut, wurde aber im Laufe der Zeit privatisiert und kam in den Besitz der Feudalgrafen von Appiano und Ultimo; dann kam sie in den Besitz des Bischofs Vanga (1210). Um 1400 wurde sie von italienischen Condottieri (Söldnerführer), wie Gattamelata, Piccinino und Sforza, wieder dem Volk übergeben. Sie erstaunten durch ihre Taten und brachten in den Alto Garda und nach Tenno das Risorgimento.
Um 1700 wurde sie im französisch-spanischen Krieg ernsthaft beschädigt Im Jahre 1807 wurde sie von der bayerischen Regierung zur Versteigerung angeboten und von der Familie Brunati ersteigert, die 1851 mit der Restaurierung begann. Nach tausendjähriger Geschichte stürzte der 48 Meter hohe Turm, durch die Kriege beschädigt, im Jahre 1920 ein. Es bleibt nur eine Ruine zurück, die im Juni 1922 vom staatlichen Bauamt zerstört wurde. Heute ist die Burg Privateigentum und kann nicht besichtigt werden.

DIE ORTSCHAFT FRAPPORTA

Der Mauerring der Ortschaft, der im vorigen Jahrhundert vom Vorposten der Burg von Tenno ausging, umschließt die Häuser. Sie wurde auf Terrassierungen des Magnone-Tals und auf dem Felsen des Heiligen Lorzeno errichtet, von dem die Ebene und der Gardasee dominiert werden. An der nördlichen Spitze der Mauern erhebt sich ein kleiner Turm aus dem 17. Jahrhundert, während auf dem kleinen Platz außerhalb der Ortschaft ein alter Brunnen und ein römisches Grabmal zu bewundern ist, das kürzlich in einer nahe gelegenen Ortschaft entdeckt wurde. Ein groβes mittelalterliches Tor mit Spitzbogen führt in die Eingangshalle. Dies war bis zum vorigen Jahrhundert der Zugang zur Burg, wo der bischöfliche Stellvertreter untergebracht war.
Die Häuser aus Stein, die Tore, die Verbreiterungen, die Gassen und Gemüsegärten sind das Beispiel einer typisch mittelalterlichen Ansiedlung und zeugen von einer engen Beziehung zwischen den Menschen und der Natur.

DIE KIRCHE S. LORENZO

Die Kirche San Lorenzo befindet sich in Tenno, am südlichsten Ende der Siedlung Frapporta. Sie ist das bedeutendste Beispiel an romanischer Kunst in der gesamten Gegend. Die Maueranlage ist charakteristisch für die romanischen Bauwerke ab dem XII. Jahrhundert. Interessante Hinweise geben die geflochtenen Steinfriese und geometrischen Motive auf der Außenseite der Apsis; sie gehen auf eine antikere Kirche zurück, die zwischen dem VIII und IX Jahrhundert datiert werden kann.
Beachtlich ist auch der Innenteil, in dem Reste von Fresken aus verschiedenen Epochen bewahrt sind, wie das Martyrium von dem Heiligen Lorenz und dem Heiligen Roman (XII Jahrhundert). Die gotische Apsis, die das Jüngste Gericht und einen mit Symbolen der Evangelisten umgebenen Christus darstellt, wurde im Jahr 1384 von Giuliano d'Avanzo aus Verona angefertigt.
Durch Napoleon und die italische Regierung wurde die Kirche, wie viele andere in der Gegend, entweiht. Die Kirche erhält im Jahr 1840 durch eine erneute Weihe wieder ihre Funktion zurück. Die Kirche ist normalerweise geschlossen: zur Besichtigung muss die Pfarrei von Tenno kontaktiert werden.

DAS ARCHÄOLOGISCHE GEBIET VON S. MARTINO

Der Komplex befindet sich auf einer Terrassierung des Bergs San Martino, der das umliegende Gebiet dominiert (das Tal des Magnone und das Tal Gamella). Man erreicht dieses Gebiet über die Provinzstraβe bis nach Pranzo und biegt dann in Richtung der Ortschaft Campi ab. Es ist eines der wichtigsten archäologischen Zeugnisse des Trentino, die Reste von Ansiedlungen von der Vorgeschichte bis zur Spätantike belegen. Nach Meinung der Archäologen war der Komplex ein Wallfahrtsort, da typische Elemente von Behausungen fehlen und viele Gebrauchsgegenstände der einheimischen Kultur gefunden wurden.
Die zufälligen Funde und Ausgrabungen in den 70er Jahren haben eine Reihe von Gebäuden, die von einem äußeren Mauerring umschlossen sind, sowie Keramikgegenstände, Gedenksteine, Geld und eine kleine Bleistatue, die eine Frau mit einem Kind auf dem Arm darstellt, ans Licht gebracht. Die wertvollen Funde gehen zum Groβteil auf die Römerzeit zurück, auch wenn viele Keramiken, die in den tiefsten Schichten gefunden wurden, die Präexistenz einer rätischen Ansiedlung vor der Römerzeit belegen.
Die Originalfunde werden in dem Museum der Burg Buonconsiglio in Trient aufbewahrt. Kopien der Fundstücke sind in dem Informationspunkt in Pranzo ausgestellt, der auf Anfrage geöffnet wird.

DER BERG S. PIETRO

Im oberen Teil des Gebiets von Tenno kann man eine ganz besondere Atmosphäre erleben. Dort herrschen Ruhe und Frieden. Es handelt sich um das Vorgebirge des San Pietro (Höhe 1500 m ü.M.) mit einer kleinen Kirche. Sie ist über einen 10 minütigen Spaziergang (man kann auch mit dem Auto über eine unbefestigte Straβe bis zum Wald fahren) erreichbar. Es geht kurvig nach Calvola hinauf; auf dem steilen Hang, über den mit Büschen bewachsenen Felsen verbirgt sich die kleine Kirche. Von dort öffnet sich das Panorama auf das Tal des Seca, das von den Bergen eingegrenzt wird.
Neben der kleinen Kirche, mit ihrem Portikus und dem kleinen quadratischen Glockenturm, kann man zwischen den Bäumen ein kleines Haus mit der Aufschrift ""La me baita" erkennen. Es ist das Haus des lokalen Dichters Giacomo Floriani, der diese Orte liebte und in seinen Versen die Poesie dieser unberührten Oase rühmte.

DER SEE VON TENNO

Dieser See mit seinen ganz besonderen Farben und Nuancen ist einer der Naturschätze des Trentino.
Die Wissenschaftler haben die Formation auf das Jahr 1.100 n.Chr. festgelegt. Im Jahre 1970 haben Taucher der Gruppe FIPS von Riva del Garda einen antiken Wald entdeckt, dessen Baumstämme unter dem Wasserspiegel stehen. Dank der Radiokohlenstoff-Methode war es möglich, das Sterben der Bäume zu datieren und somit auch die Formation des Sees von Tenno auf diese Zeit festzulegen.
Der See von Tenno ist einer der saubersten Süβwasserseen Italiens. Es gibt keine Bebauungen um den See (nur zwei Privathäuser und eine kleine Pension), keine intensiven Anbaugebiete und keinen einzigen Abfluss. So wurde der See von chemischer Verschmutzung verschont und sein Wasser kommt aus dem See zur Filtration.
Charakteristisch sind die Höhenunterschiede des Sees. Am Ende der Regenzeit, im Spätherbst, liegt der See auch 15 Meter höher als im Sommer. Das zeigt die kleine Insel, die sich im südlichen Teil des Sees erhebt. Im Sommer kann man sie zu Fuß erreichen, weil das Wasser ansteigt und die Insel eine Halbinsel wird. Das Gegenteil passiert im Winter; die Insel verschwindet und nur die Baumspitzen tauchen aus dem Wasser auf.
Es ist ein herrlicher See, den man nicht mit dem Auto erreichen kann. Man erreicht ihn nur über eine lange Steintreppe, die mit dem darüber liegenden Parkplatz verbunden ist.
Man kann im See baden (das Wasser erreicht im Sommer extrem angenehme Temperaturen) und an seinen Ufern gibt es ein Strandbad mit Bademeisterservice.

DAS MITTELALTERLICHE DORF CANALE

Dieses charakteristische mittelalterliche Dorf, das ab 1211 dokumentiert ist, ist ein authentisches Stück Mittelalter, das quasi intakt bis heute bewahrt worden ist. Es ist ein geschichtsträchtiges Dorf, die Gassen und Bogengänge erzählen Geschichten aus anderen Zeiten.
Im Dorf kann das Museum der landwirtschaftlichen Gerätschaften besichtigt werden, das lokale antike Geräte ausstellt, die zum Weinanbau, zur Viehzucht, zum Anbau der Felder und zu Hause benutzt wurden. Ein anderes wichtiges Kulturzentrum ist das Künstlerhaus, das dem Maler Giacomo Vittone gewidmet ist, der auch der Verfechter dieser Institution war. Es wurde 1965 erworben und restauriert und heute von den Gemeinden Riva del Garda, Arco und Tenno geleitet.
In der mittelalterlichen Ortschaft Canale findet jedes Jahr die Veranstaltung "Rustico Medioevo" statt. Sie hat das Ziel, die Geschichte, die Kultur und die Folklore dieser mittelalterlichen Ortschaft aufleben zu lassen. Canale schmückt zu diesem Anlass die Fenster mit Blumen, Banner werden gehisst, die Leute tragen Tracht und streifen durch die Gassen des Dorfes, Fackeln setzen das Dorf in das rechte Licht und verwandeln es regelrecht in ein Freilichttheater.

Kontakte:

COMUNE DI TENNO
Via Dante Alighieri 18
38060 TENNO (TN)

Tel 0464 500 624
Fax 0464 503 217
E-mail: info@comune.tenno.tn.it
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